Ein heftiger Platzregen reicht aus, und schon verwandelt sich eine normale Straße innerhalb kürzester Zeit in einen reißenden Strom. Eine schwierige Situation für den Fahrzeuglenker, für die Fahrzeugentwickler jedoch ein Szenario, auf das das Fahrzeug vorbereitet sein muss. Und genau dabei helfen die Simulationen am AUREL Testgelände in Břehyně bei Doksy – denn eines der wichtigsten Elemente des Geländes ist ein Wasserkanal, der es ermöglicht, das Verhalten von Fahrzeugen beim Durchfahren von Wasser unter kontrollierten Bedingungen zu testen.
80 Meter für Hunderte von Testszenarien
Der Wasserkanal am AUREL Testgelände ist 80 Meter lang und ermöglicht Tests bis zu einer Tiefe von 55 Zentimetern. Dank der Anbindung an die Teststrecken können die Fahrzeuge mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten in den Kanal hineinfahren – und zwar auch mit wirklich hohen Geschwindigkeiten. So können die Entwickler Situationen simulieren, mit denen Fahrzeuglenker im Alltag zurecht kommen müssen. Verschiedene Testszenarien helfen bei der Überprüfung, ob die Fahrzeugkonstruktion den Kontakt mit Wasser sicher verkraften kann. Um diese genau wiederholen und vergleichen zu können, müssen die Entwickler die vollständige Kontrolle über die Umgebung im Kanal haben.
Das Wasser voll unter Kontrolle
Der Wasserkanal ist so konzipiert, dass er stabile und präzise einstellbare Bedingungen bietet, die bei Bedarf auch mehrfach wiederholt werden können. Das Wasser wird von unten mithilfe von Hochleistungspumpen aus unterirdischen Behältern in den Kanal gepumpt. Dadurch lässt sich der Wasserstand schnell an die Anforderungen des konkreten Tests anpassen.
Außerdem spielt die ruhige Wasseroberfläche eine wichtige Rolle. Denn wenn auf der Wasseroberfläche Wellen wären oder das Wasser strömen würde, würde jede Fahrt unter anderen Bedingungen stattfinden. Die ruhige Wasseroberfläche sorgt dafür, dass jede Durchfahrt unter denselben Ausgangsbedingungen beginnt, sodass die Entwickler die Ergebnisse miteinander vergleichen können. Außerdem ist auch deutlich zu erkennen, wie sich das Wasser um den Stoßfänger, die Räder oder die Ansaugöffnung verhält, was für eventuelle Anpassungen der Konstruktion wichtig ist.

Was bei der Durchfahrt durch das Wasser alles getestet wird
Für jedes Modell des Automobilherstellers wird im Voraus festgelegt, wie tief das Fahrzeug sicher durch Wasser fahren kann. Tests im Wasserkanal des AUREL Testgeländes bestätigen dann, dass das Fahrzeug diese Grenze tatsächlich ohne Beschädigung wichtiger Systeme bewältigen kann.
Dabei beobachten die Entwickler eine ganze Reihe von Details. Sie interessieren sich beispielsweise dafür, wie sich das Wasser beim Durchfahren um den Stoßfänger und das Fahrwerk verhält und ob es in die Motoransaugung oder zu empfindlichen elektronischen Bauteilen gelangt. Bei modernen Fahrzeugen spielt auch der Schutz von Kabeln, Steckverbindungen und anderen Bauteilen eine wichtige Rolle, die auch beim Kontakt mit Wasser zuverlässig abgedichtet bleiben müssen.
Der Wasserkanal dient daher für verschiedene Testarten. Dazu gehören beispielsweise Watversuche, bei denen das Fahrzeug durch Wasser einer festgelegten Tiefe fährt, Ansaugversuche oder die Prüfung der Stoßfängerkonstruktion und anderer Teile im vorderen und hinteren Bereich des Fahrzeugs. Außerdem wird getestet, wie sich das Fahrzeug bei verschiedenen Geschwindigkeiten verhält und wie das Wasser um die Räder und das Fahrwerk strömt.
Infrastruktur direkt an der Teststrecke
Die Tests auf dem Testgelände finden oft in intensiven Blockphasen, statt, in denen die Entwickler die Daten schnell auswerten und die nächsten Fahrten vorbereiten müssen. Deshalb stehen den Kunden direkt am Wasserkanal ein Unterstand, Stromanschlüsse und Tische zur Verfügung. Dadurch können die Teams direkt an der Teststrecke arbeiten, was den gesamten Prozess effizienter macht.
Vorbereitung auf unvorhersehbare Situationen
Der Wasserkanal am AUREL Testgelände ermöglicht es Automobilherstellern, Situationen zu simulieren, die auf der Straße unerwartet und oft ohne Vorwarnung auftreten. Es kann sich um einen nach einem Platzregen überfluteten Straßenabschnitt, eine tiefe Pfütze auf einer Landstraße oder Wasseransammlungen in einer Unterführung handeln. In der kontrollierten Umgebung des Testgeländes können wir diese Szenarien wiederholt simulieren, das Verhalten des Fahrzeugs beobachten und sicherstellen, dass alle wichtigen Systeme genau so funktionieren, wie sie sollen. Dadurch können wir potenzielle Risiken leichter erkennen, die in der Praxis zu Systemausfällen oder Schäden am Fahrzeug führen könnten.
Planen Sie Validierungstests für Ihre Prototypen? Kontaktieren Sie uns. Wir besprechen mit Ihnen gerne die technischen Spezifikationen Ihrer Testszenarien.



