Auf den ersten Blick mag sie wie ein gewöhnlicher Teil des Geländes wirken. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch bei der Entwicklung des AUREL-Testgeländes in Břehyně bei Doksy um einen der technisch anspruchsvollsten Abschnitte. Die Rede ist von einer Unterführung mit Brückenkonstruktion, die Teil der zweiten Ausbauphase im Jahr 2024 war. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den Zugang zum Innenbereich des Geländes und zu allen Testflächen zu gewährleisten, ohne den Verkehr auf dem Oval unterbrechen zu müssen. Was für eine solche Brücke wichtig ist, wie der Bau ablief und welchen Einfluss die Konstruktion auf den täglichen Betrieb des Geländes hat, erfahren Sie in diesem Artikel.
Eine gewöhnliche Brücke reicht für das Testgelände nicht aus
Von Anfang an war klar, dass es nicht „nur um eine Brücke“ gehen wird. Die ganze Konstruktion musste nämlich einige grundlegende Voraussetzungen erfüllen:
- Die Durchfahrt für alle Fahrzeugtypen gewährleisten, von PKWs über LKWs bis hin zu Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr. Auch diese müssen in einem Notfall einen sicheren Zugang zum Gelände haben.
- So wenig wie möglich in das Höhenprofil des Ovals selbst eingreifen. Die Teststrecke musste einfach so kompakt wie möglich bleiben und durfte keine unnötigen Unterbrechungen aufweisen, die ihre Funktionsfähigkeit und die Qualität der Tests beeinträchtigen könnten.
- Dieselbe Fahrbahnkonstruktion wie auf dem Rest des Ovals beibehalten.. Das Ziel bestand darin, dass die obersten Asphaltschichten so durchgehend wie möglich bleiben und beim Überqueren der Brücke kein Höhenunterschied entsteht, der das Fahrverhalten der Fahrzeuge bei den Tests beeinträchtigen könnte.
Die Brücke war bereits beim Bau des Ovals vorgesehen, sodass die Konstruktion selbst Teil des ursprünglichen Auftrags war. Nach der idealen Lösung haben wir von Anfang an gemeinsam mit den Partnern des gesamten Projekts – SaM Česká Lípa und COLAS – gesucht. Das Ziel war eine Variante, die die Anforderungen an eine geneigte vierspurige Fahrbahn des Ovals erfüllt, die Durchfahrt von schwerem Gerät ermöglicht und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvoll ist.
Endgültiger Entwurf der Konstruktion
Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist eine Straße, die in den Felsen unterhalb des Ovals so eingelassen ist, dass sie die Teststrecke selbst nicht beeinträchtigt. Die Brücke besteht aus einer stabilen Stahlbetonkonstruktion, die die Fahrbahn des Ovals trägt und gleichzeitig die Durchfahrt in den inneren Bereich des Geländes ermöglicht.
Die seitlichen Stützwände wurden im Trockenbauverfahren errichtet, also ohne die übliche Betonage direkt vor Ort. Wir haben hierfür das Trockenbausystem der Firma Geomat eingesetzt, das Betonfertigteile und Geotextilgewebe kombiniert, die schichtweise quer über den Straßenkörper verdichtet angebracht wurden. Dadurch wurde der Bau beschleunigt, während die Konstruktion gleichzeitig die erforderliche Stabilität bewahrte.
Über dem Brückenkörper haben wir das gleiche System aus Schotter, Kies und drei Asphaltschichten beibehalten wie auf dem Rest des Ovals. Um eine einheitliche Oberfläche ohne Übergänge und Unebenheiten zu schaffen, wurde die oberste Asphaltschicht von drei Finishern (Asphaltfertigern) gleichzeitig aufgetragen. Daher bemerken die Fahrer heute beim Überqueren der Brücke keinen Unterschied.
Sicherheit sowie lange Lebensdauer
Da sich auf dem Testgelände Personenkraftwagen, Lastkraftwagen sowie schwere Technik bewegen, musste die Konstruktion auch die hohen Sicherheitsanforderungen erfüllen. Die Leitplanken auf dem Oval und der Brücke entsprechen daher der Rückhalteklasse H2. Das bedeutet, dass sie dem Aufprall eines PKWs bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h oder eines Busses bei einer Geschwindigkeit von 70 km/h standhalten.
Wir haben auch an die Lebensdauer der Konstruktion gedacht. Damit die Brücke mindestens 50 Jahre lang dem starken Verkehr standhält, sind allein in ihrer Fundamentplatte etwa 15 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut. Der gesamte Bau besteht aus fast 30 Tonnen Stahl und 270 Kubikmetern Beton.
Was die Brücke für den Betrieb des Testgeländes bedeutet
Die Kunden des Testgeländes werden vor allem den flüssigeren Verkehr zu schätzen wissen, den die Brücke gewährleistet. Der Innenbereich des Geländes ist nun jederzeit zugänglich, ohne dass die Testfahrten auf dem Oval wegen der Durchfahrt unterbrochen werden müssen. Dadurch lassen sich die einzelnen Tests besser planen, und beim Transfer der Technik entstehen keine unnötigen Verzögerungen.
Wir bei AUREL wissen, dass ein gutes Testgelände nicht nur von der Fahrbahn selbst, sondern auch von einer gut durchdachten Infrastruktur abhängt. Genau das ermöglicht es uns, Tests auf dem Niveau anzubieten, das die moderne Automobilindustrie erfordert. Ganz gleich, ob Sie Entwicklungstests oder die Validierung von Prototypen durchführen oder Räumlichkeiten für anspruchsvolle technische Prüfungen suchen – melden Sie sich bei uns, wir finden gerne gemeinsam mit Ihnen eine passende Lösung.










